Dinner in the dark

Dinner in the Dark

Das „Dinner in the dark“ ist ein sehr eindrucksvolles Erlebnisgeschenk. Ich habe dieses bereits drei mal gemacht und habe die Vermutung dass ich es noch mehrmals machen werde. Diese Art von Dinner ist echt etwas außergewöhnliches und sorgt beim ersten mal garantiert für Gesprächsstoff.
Unter einem Dinner in the dark versteht man wie der Name schon sagt ein Abendessen in totaler Dunkelheit. Falls ihr euch jetzt fragt wie das geht – ja, ich habe mich das auch gefragt – erkläre ich kurz die wichtigsten Details. Beim hinsetzen wird man noch vom Personal begleitet, was damit noch kein Problem darstellt. Auch die Getränkebestellung erfolgt mündlich ohne Probleme. Doch spätestens jetzt beginnen die Probleme. Während der Körper noch vergeblich versucht sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, fällt einem auf dass man absolut nichts sieht und keine Chance hat die Karte zu lesen. Ich fragte mich auch warum es überhaupt eine Karte gab, bis ich diese in die Hand nahm und die kleinen Erhebungen der Blindenschrift erkannte. Die Erhebungen waren wesentlich deutlicher zu spüren und Unterschiede viel schneller zu erkennen, als bei Licht. Unser Körper konzentriert sich beim Wegfall eines Sinnesorgans wesentlich mehr auf die verbleibenden Sinne was sich gleich auch beim Geschmack noch einmal zeigen wird. Ich habe von Kollegen aber auch gehört, dass nicht jedes Restaurant derartige Karten hat. In manchen zählt die Servicekraft wohl auch nur die zur Verfügung stehenden Gerichte auf. Naja, auch wenn ich die Blindenschrift nicht beherrsche war es trotzdem interessant zu spüren wie deutlich man die Erhebung nun war nimmt.
In dem Raum gab es schon eine gewisse Geräuschkulisse und ich würde anhand der Stimmen sagen, dass etwa noch 10 weitere Personen in unserem Raum gesessen sind. Die Servicekräfte haben sich immer angekündigt wenn sie an unseren Tisch getreten sind, haben uns auch über jeden ihrer Schritte aufgeklärt und uns fast jeden Wunsch erfüllt. Mein Wunsch eine Kerze anzuzünden wurde aber ausgeschlagen. Als die Gute unsere Getränke abgestellt hat ging das Chaos dann auch endgültig los. Wie finde ich mein Glas ohne es umzustoßen? Wie stoße ich mit meinem Gegenüber an? – man muss auf jeden Fall sehr vorsichtig sein und wenn man ein mal weiß wo man sein Glas abgestellt hat dann findet man es beim nächsten Mal auch schon viel schneller. Das einzige was bisschen aufs Gemüt schlägt ist die schier endlose Suche nach einer Lichtquelle. Bis zu einem gewissen Punkt können sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen, kein Chance aber beim Dinner in the dark.
Mein letztes Dinner habe ich aus Kostengründen bei meventi gekauft. Die Veranstalter sind stark beschränkt und deshalb hat man egal bei welchem Anbieter man bestellt, die selbe Auswahl an Restaurants. Preislich unterscheiden sie sich dann zwar nicht mehr so extrem, aber zum damaligen Zeitpunkt gab es einen Gutschein von meventi“meventi“ über 15% auf alle Erlebnisse und deshalb habe ich mich für diesen Anbieter entschieden.
Als bei unserem Abendessen in der Dunkelheit das Essen serviert wurde stieg einem der leckere Geruch des Essen sofort in die Nase. Auch wenn man nichts sehen konnte, oder gerade deshalb, roch man förmlich jede einzelne Zutat auf dem Teller. Der Griff zum Besteck ging wiederum problemlos, doch das Essen auf das Besteck zu bekommen war die Herausforderung des Abends. Erst mal mit dem Besteck ertasten wo auf dem Teller etwas zu essen liegt und welche Konsistenz es hat. Dann die Frage ob man das richtige Werkzeug für die richtige Zutat in der Hand hat und nicht gerade versucht das Steak mit dem Löffel aufzuspießen oder zu schneiden. Die nächste Herausforderung besteht darin das Essen während dem aufnehmen nicht vom Teller zu schieben und auch das Besteck zum Mund zu führen ist in der Dunkelheit eine totale Herausforderung. Kleckern ist quasi vorprogrammiert und sollte bei der Klamottenwahl mit einberechnet werden.
Diese Erfahrung ist unbeschreiblich, bietet sich aber Ideal als Geschenk an. Ich war bereits mit meiner Freundin zum Jahrestag bei einem Dinner in the darkDinner in the dark und habe selbiges auch schon zum Muttertag verschenkt. So ein essen kostet pro Person mal schnell über 30,- EUR, aber dafür bekommt man qualitativ Super essen und eine Erfahrung der anderen Art.
Vor allem hilft es die alltäglichen Probleme von Blinden in unserer Gesellschaft etwas besser nachvollziehen zu können, was auch nie Schaden kann und hat richtig viel Spaß gemacht.

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